Bio

Natalia Solomonoff 

Natalia Solomonoff ist geboren in Rosario, Argentinien. Sie begann ihre Kompositionsstudien in Rosario und ergänzte sie in den folgenden Jahren durch die Teilnahme an Kursen und Seminaren bei Mariano Etkin, Gerardo Gandini, Omar Corrado unten anderen. 1991 vervollständigte sie ihr Studium der Musikpädagogik am Instituto Nacional Superior del Profesorado in Rosario. Weitere Studien der Musiktheorie am Instituto Superior de Música der Universidad Nacional del Litoral in Santa Fe auf. 1997/98 studierte sie als Stipendiatin des DAAD bei Nicolaus A. Huber an der Folkwang Hochschule in Essen. 2008 ermöglichte ihr der DAAD einen dreimonatigen Studienaufenthalt bei Mathias Spahlinger an der Freiburger Hochschule für Musik. 2011 war sie Gast des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses in Eckernförde. 2016 war sie Gast des Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos de Bolivia.

            Seit April 2014 lehrt Solomonoff als Professorin für Komposition am Instituto Superior de Música der Universidad del Litoral in Santa Fe, Argentinien. Für ihre Werke, die in Europa, Kanada, U.S.A. und Lateinamerika aufgeführt wurden, erhielt sie mehrere Auszeichnungen in Argentinien und im Ausland. Ihre Aufsätze umfassen ein breites Spektrum von Themen, von Überlegungen über Materialien, Kategorien und Klangtypen der Musik des 20. Jahrhunderts, über Musik und Politik sowie Annährungen an das Werk und Musikdenken von Nicolaus A. Huber, Diana Rud u. a.

            "Solomonoff versteht das Komponieren als kritische Aktivität mit und durch Musik; sie hinterfragt überkommene Modelle und reflektiert die politische, soziale und historische Rolle des Komponisten in Lateinamerika. Ihre Fragestellungen widerspiegeln sich in konzeptionellen Aspekten ihres Werks, von der Mikro- bis zur Makrostruktur, der Auseinandersetzung zwischen Eigenem und Fremden, der Behandlung der Stille, der Klangfarbe, der Intervalle und extremen Registerlagen als strukturierende Elemente. Sie chiffriert die Klangbilder ihrer Musik, um bestimmte Wahrnehmungen herzuvorufen oder andere loszulassen, zeigt ein starkes Interesse am Verhältnis von musikalischem Material, seiner Symbolik und poetischen Vorhaben.

            Solomonoffs Beweggründe und Quellen sind vielfältig, doch stets prägnant: Sie reflektiert zum einen die Geschichte Südamerikas von indigenen Ritualen bis zum Tango, zum andern die europäische z.B. Schönberg, Debussy. Ungewöhnliche Instrumentalkombinationen ermöglichen ihr die Gestaltung brisanter klangfarblicher Skulpturen."

(Graciela Paraskevaídis, Fragment von "Natalia Solomonoff", KDG- Komponisten der Gegenwart-)

“Ich gehöre einer Generation von Argentiniern, die ihre Kindheit und Jugend unter der Militärdiktatur (1976-83) verbracht hat, bestimmt durch das innere und äußere Exil der Familien, die Illusion der Rückkehr zur Demokratie, die Möglichkeit kritischen Agierens, die Enttäuschung über das Scheitern und den Verrat der auf die Militärdiktatur folgenden demokratischen Regierungen. All das hat tiefe Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Diese Spuren sensibilisieren uns und verpflichten uns zu einer permanenten Reflexion unserer Vergangenheit, unserer Gegenwart und Zukunft, zur Stellungnahme gegenüber der Wirklichkeit in allen uns möglichen Aktionsfeldern, in meinem Fall das Unterrichten, das Komponieren, die Forschung, das Schreiben” (Solomonoff 2014).

         

© 2018. Natalia Solomonoff

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Musik, Partituren und Artikeln wurden herausgegeben bei: Fondo Nacional de las Artes, Biblioteca Nacional und Gourmet Musical (Buenos Aires), Universidad Nacional del Litoral (Santa Fe), Casa de las Américas de La Habana (Cuba), Asociación EDITAR (Buenos Aires), MusikTexte (Deutschland), Pilacremus (UNAM, México), Iberoamerikanisches Institut -Ed. Vervuert- (Frankfurt am Main- Madrid), Suono Mobile Eds. (Córdoba, Arg.).

​​​​Natalia Solomonoff lebt in Rosario. Zwischen 2005 und 2014 unterrichtete Instrumentation und Orquestation am Instituto Superior de Música de la Universidad Nacional del Litoral (Santa Fe), wo seit  2014 unterrichtet Komposition. Seit 2001 arbeitet auch am Instituto Superior del Profesorado de Música de Rosario, wo sie Analyse, musikalische Experimentation und Soziale Geschichte der Musik unterrichtet.